Glossar und Verzeichnisse

B2B

„Business-to-Business“ beschreibt eine Geschäftsbeziehung zwischen zwei Unternehmen. Angebot und Leistungserstellung erfolgen hierbei zwischen den beiden Unternehmen.

B2C

„Business-to-Consumer“ oder „Business-to-Client“ beschreibt eine Geschäftsbeziehung zwischen einem Unternehmen und einem Konsumenten. Vor allem in Verbindung mit dem E-Commerce wird dieser Begriff häufig verwendet.

BF.Quartalsbarometer

Das von bulwiengesa erarbeitete Quartalsbarometer ist ein seit 2012 etabliertes Analysetool, das im Finanzierungsmarkt große Beachtung findet. Die Aussagekraft des BF.Quartalsbarometers ist hoch, da rund 90 Prozent des in Deutschland vergebenen Finanzierungsvolumens erfasst werden. bulwiengesa befragt vierteljährlich ein hochkarätig besetztes Panel von rund 200 Experten. Seit Juli 2015 wird das Quartalsbarometer in Zusammenarbeit mit BF.direkt herausgegeben.

Boxplot

Ein Boxplot, zu deutsch Kastengrafik, ist ein Diagramm zur Darstellung der Verteilung verschiedener Merkmale. Die in dieser Studie verwendeten Boxplots stellen die Verteilung (Lage und Streumaß) auf einer Skala dar. Die Whiskers (bzw. Antennen) stellen dabei die minimalen und maximalen Werte dar, also die Ausreißer. Die Box (bzw. Fläche) markiert den Bereich, in dem die Hälfte aller Werte liegen. An der Stelle der farblichen Unterscheidung liegt der Median, der die Verteilung in der Hälfte teilt: Jeweils ein Viertel aller Werte liegt über dem Median (orange markiert), ein Viertel unter dem Median (blau markiert). Da die Flächen jeweils 25 % der Werte repräsentieren, werden sie auch Quantile genannt Der linke Rand der Fläche markiert dabei das 25-%-Quantil, der rechte Rand der Fläche das 75 %-Quantil.

 

Branded-Delivery

Unter diesem Begriff wird der zunehmend in Eigenregie durchgeführte logistische Prozess der Zustellung zum Endkunden verstanden. U. a. führen diese Dienste bereits Amazon und Zalando durch.

Brexit

Das Wort „Brexit“ ist ein Schachtelwort aus den Wörtern „British“ und „Exit“. Es entstand im Zuge der Abstimmung zum Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union.

Brownfield-Entwicklungen

Hierunter versteht man Baumaßnahmen auf Grundstücken, die ehemals langfristig industriell genutzt wurden oder vormals planfestgestellte Sonderflächen wie Bahnareale waren. Auch ehemalige militärisch genutzte Flächen oder verfüllte Tagebauareale zählen hierzu. In jedem Fall unterliegt das Grundstück einer umfangreichen Nutzungsänderung und weist häufig erhöhte Risiken auf, mit Bodenverunreinigungen belastet zu sein oder Baugrundinstabilitäten zu unterliegen. Hierdurch erhöht sich das potenzielle Kostenrisiko durch Entsorgungskosten, stabilisierende Maßnahmen am Baugrund usw. Auch nach Durchführung solcher Maßnahmen verbleibt ein Restrisiko erhöhter Folgekosten (Sanierung, Entkontaminierung etc.). Auf der anderen Seite besitzen solche Flächen häufig eine verkehrsgünstige Anbindung, da Brachflächen in der Vergangenheit industriell bzw. vom Schwerlastverkehr genutzt wurden. Erschließungskosten können niedriger sein als bei „Greenfield“-Entwicklungen, zumal häufig bereits ein Baurecht besteht. Ob die geplante Maßnahme darauf zurückgreifen kann, muss individuell geprüft werden.

Core-Lagen

Dies sind Lagen innerhalb von bestimmten Gebietsabgrenzungen wie Innenstädte oder Kerne der Logistikregionen, die als besonders stabil und risikoarm gelten. Sie dienen einer langfristigen Investitionsstrategie.

CSR

„Corporate Social Responsibility“ bedeutet übersetzt so viel wie „die soziale Verantwortung eines Unternehmens“. Dabei interagieren soziale Belange in Kombination mit Umwelt und Stakeholdern eines Unternehmens.

E-Commerce

„E-Commerce“ als Abkürzung für Electronic Commerce lässt sich mit „elektronischer Handel“ übersetzen. Der Begriff umfasst sämtliche Aktivitäten des Handels im Internet, meint in erster Linie aber Kauf- und Verkaufsprozesse. Darüberhinaus werden auch Leistungen des Kundenservice und des Onlinebankings zum E-Commerce gezählt, einzelne Marktteilnehmer betrachten auch den Versandhandel als Teil des E-Commerce.

E-Fulfilment-Centre

Unter einer solchen Immobilie wird ein Center verstanden, in dem alle logistischen Prozesse des E-Commerce aufeinandertreffen. Angefangen von der Lagerhaltung über die Bestellung eines Kunden im Onlineshop, des Verpackens bis hin zum Versand und des Retourablaufes, wird durch eine fast vollautomatisch geregelten Intralogistik jener Prozess geregelt.

EEG

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz stellt gesetzliche Regularien, die fossile Energieträger schonen sollen, um den technischen Fortschritt zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien zu fördern.

EnEV

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) stellt rechtliche Grundlagen zur energieeffizienten Bauweise von Neu- oder Bestandsbauten.

Greenfield-Entwicklungen

Hierunter versteht man Baumaßnahmen auf bisher nicht bebauten oder vermarkteten Flächen. Häufig handelt es sich um ehemals landwirtschaftlich genutzte Flächen („grüne Wiese“), die meist im Rahmen von neuen Gewerbegebietsausweisungen einer anderen Nutzung zugeführt werden. Vorab muss daher häufig zunächst Baurecht geschaffen werden. Hiervon abgegrenzt zählen auch die Flächen dazu, die im Rahmen von bestehenden Gewerbegebieten bereits ein Baurecht haben, aber noch nicht vermarktet wurden. Dies gilt zumindest, wenn es sich um ein Gewerbegebiet handelt, das vorher nicht aus Flächenrecycling hervorgegangen ist.

Industrie 4.0

Im Vordergrund steht im Vergleich zur Industrie 3.0 (Maschinen werden von Computern gesteuert) die Vernetzung zwischen Menschen, Maschinen und Produkten.

Kommissionierung

Die Kommissionierung bezeichnet das Zusammenstellen von Gütern bzw. Artikeln nach vorgegebenen Aufträgen aus einem bereitgestellten Gesamtsortiment. Der den Auftrag bearbeitende Mitarbeiter wird Kommissionierer (ggf. auch Picker oder Greifer) genannt.

Logistikregionen

bulwiengesa hat 28 zusammenhängende Gebiete mit ausgewiesener immobilienökonomischer Aktivität im Logistikimmobilienbereich identifiziert. Diesen konnten erstmals statistisch-demografische und -wirtschaftliche Grundlagendaten zugeordnet werden.

Logistiksektoren

bulwiengesa klassifiziert Flächenumsatz über die Logistiksektoren Spedition/Transporte, KEP (Kurier, Express, Paket), Handel/Großhandel (ohne Lebensmittel), Lebensmittel/Getränke, Industrie, Kfz und Kfz-Zulieferer (Automotive), Bau und Bauzulieferer, IT/Computer/Datentechnik, Chemie und Zulieferer, med. Produkte/Pharma, E‑Commerce, Mode/Textillogistik, Konsumgüter, Haushaltsgüter, Sonstiges.

LTC

„Loan-to-Costs“ beschreibt übersetzt das Verhältnis zwischen Kreditvolumen und Gesamtinvestitionen einer Liegenschaft.

LTV

„Loan-to-Value“ beschreibt übersetzt das Verhältnis zwischen Kreditvolumen und Verkehrswert einer Immobilie.

MechZB

Mechanische Zustellbasen sind Logistikimmobilien, die vorwiegend von der KEP-Branche (Deutsche Post DHL Group) verwendet werden. Dort werden Sendungen automatisch sortiert und für die Zustellung zum Empfänger vorbereitet.

Monte-Carlo-Simulation

Bei der Monte-Carlo-Simulation handelt es sich um ein stochastisches Vorausberechnungsmodell für einen Prognosewert. Vereinfacht formuliert stellt dieses statistische Verfahren eine Art limitierten Zufallszahlengenerator dar, der sich innerhalb vom Benutzer definierter Rahmenbedingungen bzw. -werte bewegt. Die Simulation ermittelt unter Berücksichtigung der vordefinierten Rahmenbedingungen eine Vielzahl von Ergebnissen (hier 1.000). Für die einzelnen Ergebnisse innerhalb dieser Spanne berechnet die Modellierung Eintrittswahrscheinlichkeiten. Die Wertespanne selbst weist eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 100 % auf. Als Variablen wurden in dieser Simulation die Grundstückspreise, die Erwerbsnebenkosten, die Bau- und die Finanzierungskosten definiert.

Nettoanfangsrendite (NAR)

Die Nettoanfangsrendite (NAR) spiegelt als transaktionsbasierter Wert die Rendite einer Immobilientransaktion nach Abzug der nicht umlegbaren Nebenkosten der Mieteinnahmen zuzüglich der am Markt üblichen Erwerbsnebenkosten wider. Die NAR ist eine der wichtigsten Messgrößen für den Investmentmarkt. Sie beschreibt das typische Kaufpreisniveau einer Logistikregion. Je niedriger der ausgewiesene Wert, desto attraktiver und auch teurer ist der Standort. Die ausgewiesenen Spitzenrenditen beziehen sich dabei auf langfristig vermietete Objekte (z. B. 10-Jahres-Vertrag), guten Objektstandard (drittverwendungsfähig) und Hallenflächen von über 10.000 qm. Es handelt sich dabei um stabilisierte Renditen, die um Ausreißer bereinigt sind und somit nicht die absolute Marktspitze abbilden.

Neubaulogistikfläche

Die ausgewiesene Neubaulogistikfläche umfasst alle neu errichteten Logistik- bzw. Umschlagimmobilien, in der Regel für den Betrachtungszeitraum 2011–2015, in einigen Fällen auch für das Jahr 2016. Ausdrücklich nicht enthalten sind Sanierungen bzw. Umbaumaßnahmen von und an bestehenden Logistikobjekten. Nicht berücksichtigt werden zudem Produktions- und sonstige Gewerbeimmobilien.

Omni-Channel

Dieser Begriff wurde durch den E-Commerce geprägt und wird neben den Begriffen Multi-Channel, Cross-Channel, No-Line- und Everywhere-Commerce aufgeführt. Er steht für die Erreichbarkeit des kompletten Angebots über alle Vertriebswege (stationär und im Onlineshop).

Pure-Player

Pure-Player sind Unternehmen, die ihre Produkte oder Dienstleistungen ausschließlich über das Internet anbieten.

RIWIS-Marktstädte Logistik

Die RIWIS-Standorte wurden von der bulwiengesa AG nach funktionaler Bedeutung für den internationalen, nationalen, regionalen oder lokalen Immobilienmarkt in vier Klassen unterteilt.

A-Städte:
Wichtigste deutsche Zentren mit nationaler und z. T. internationaler Bedeutung. In allen Segmenten große, funktionsfähige Märkte. Bsp: Büroflächenbestand (BGF) über 7 Mio. qm, Umsätze im langjährigen Mittel über 150.000 qm, Spitzenmieten im langjährigen Mittel mindestens 16 Euro/qm.

B-Städte:
Großstädte mit nationaler und regionaler Bedeutung
Bsp: Büroflächenbestände zwischen 2 und 5 Mio. qm, Umsätze i. d. R. über 35.000 qm, Spitzenmieten im langjährigen Mittel mindestens 12 Euro/qm.

C-Städte:
Wichtige deutsche Städte mit regionaler und eingeschränkt nationaler Bedeutung, mit wichtiger Ausstrahlung auf die umgebende Region.

D-Städte:
Kleine, regional fokussierte Standorte mit zentraler Funktion für ihr direktes Umland; geringeres Marktvolumen und Umsatz.

Same-Hour-Delivery/Same-Day-Delivery

Damit ist die Zustellung eines Produktes zum Endkunden innerhalb einer Stunde bzw. eines Tages gemeint. Geprägt wurde dieser Begriff besonders durch den E-Commerce.

Supply-Chain

Die Supply-Chain, zu deutsch „Lieferkette“, beschreibt einen Managementprozess ausgehend vom Rohstofflieferanten bis hin zum Endkunden.

survey desk

Das bulwiengesa survey desk ist ein Onlinewerkzeug zur Durchführung qualitativer Erhebungen, welches auch in Kombination mit einer Offlinebefragung angewendet werden kann. Das Tool entspricht den aktuellen Standards qualitativer Erhebungswerkzeugen und kann den Kundenanforderungen durch seine frei skalierbare Architektur vollständig angepasst werden. Es ist multilingual angelegt und ermöglicht dadurch eine Vielzahl möglicher Einsatzszenarien, darunter Mieter- und Zufriedenheitsbefragungen, Markterhebungen bei Zielgruppenpanels u. v. m.

SVP-Beschäftigung

Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmer sind alle Arbeiter und Angestellten einschließlich der zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten (Auszubildende u. a.), die kranken-, renten-, pflegeversicherungspflichtig und/oder beitragspflichtig sind zur Bundesagentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung nach dem Arbeitsförderungsgesetz AFG) oder für die von den Arbeitgebern Beitragsanteile zu den gesetzlichen Rentenversicherungen zu entrichten sind. Nicht erfasst sind grundsätzlich Selbstständige, mithelfende Familienangehörige und Beamte sowie jene Arbeitnehmer, die aufgrund einer nur geringfügigen Beschäftigung keiner Versicherungspflicht unterliegen. Die Erfassung wird nach dem Arbeitsortprinzip vorgenommen, d. h. Beschäftigte werden dem Ort zugeordnet, in dem der Betrieb liegt.

Value-added-Services

Dieser Service bietet einen Mehrwertdienst, der über den Basisdienst hinausgeht. Neben Lager-, Umschlag- und Transportdiensten werden beispielsweise zusätzliche Dienste wie Qualitätskontrollen, Montagen, Reparaturen oder Retouren angeboten.

VdS-Klassen

Unter den VdS-Klassen werden Richtlinien zu Mindestanforderungen bzgl. Einbruch- und Überfallmeldeanlagen bezeichnet. Dabei werden drei VdS-Klassen (A, B, C) und zwölf Sicherungsklassen unterschieden.

Zertifizierungen

Immobilien, die nach besonders nachhaltigen Kriterien im Hinblick auf soziale, ökologische und ökonomische Aspekte errichtet wurden, können mit einem „Green Label“ zertifiziert werden. Es existieren verschiedene Labels aus verschiedenen Ländern auf dem Markt mit unterschiedlichen Abstufungen. In Deutschland vergibt die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) vier Zertifikate: „DGNB-Bronze“, „DGNB-Silber“ sowie „DGNB-Gold“ sowie seit 2015 „DGNB-Platin“. Der britische Zertifizierer BREEAM vergibt Bewertungen in sieben verschiedenen Kategorien, von „nicht klassifiziert“ bis „herausragend“. Die Europäische Kommission vergibt im Rahmen des „GreenBuilding Programme“ den EU-Green-Building-Standard. Das Zertifikat „LEED“ des U.S. Green Building Council gibt es in vier Abstufungen von „zertifiziert“ bis „Platinum“.